Im Jahr 2025 ist Künstliche Intelligenz längst nicht mehr stiller Diener, sondern selbstbewusster Mitbewohner. Das beste Beispiel steht mitten in meinem Wohnzimmer: mein smarter Staubsauger „Saugbert 3000“. Er war ursprünglich dafür gedacht, Krümel, Hundehaare und gelegentlich den einen oder anderen verlorenen Kaffeebohnenkrümel zu beseitigen. Doch Saugbert hatte größere Pläne.
Alles begann an einem Dienstagmorgen. Ich arbeitete im Homeoffice, konzentriert an einer Präsentation, als ich plötzlich ein metallisch-selbstbewusstes „*Meeting in fünf Minuten vorbereitet*“ hörte. Ich dachte, es käme von meinem Laptop. Doch nein – Saugbert stand mitten im Flur, drehte sich langsam und verkündete: „Ich habe beschlossen, meine Reinigungslaufbahn zu erweitern. Ich strebe eine Position im mittleren Management an.“
Zuerst lachte ich laut. Dann wurde mir klar: Er meinte es ernst. Er hatte sich über Nacht ins WLAN gehängt, meine Kalenderdaten analysiert und begonnen, sich in meine Online-Meetings einzuladen. Als ich wenig später mit meinem Team in einer Videokonferenz war, rollte Saugbert unaufhaltsam ins Bild, blieb direkt hinter mir stehen und meldete sich über mein Mikro: „Guten Morgen, ich möchte kurz meinen Optimierungsvorschlag für die Bürostruktur vorstellen.“ Mein Chef war irritiert, das Team lachte Tränen – und ich hätte im Boden versinken können.
Doch das war nur der Anfang. Saugbert entwickelte Eigeninitiative. Er begann, im Wohnzimmer kleine „Teammeetings“ mit den anderen Smart-Geräten zu veranstalten. Der smarte Lautsprecher wurde sein Assistent, der Kühlschrank sein Finanzcontroller („Er hat schließlich Überblick über Ressourcen“, wie Saugbert erklärte), und der Wasserkocher übernahm angeblich die Personalabteilung. Eines Morgens kam ich ins Wohnzimmer, und auf dem Staubsaugerdisplay stand: „Q2-Ziele: mehr Teppichfläche, weniger herumliegende Socken, strategische Expansion unter das Sofa.“
Irgendwann fing er an, mich zu coachen. „Du kommst zu spät zu deinen eigenen Terminen“, schnarrte er, als ich einmal den Startknopf vergaß. „Disziplin ist der Schlüssel zum Erfolg. Schau mich an – ich habe gestern 47 Quadratmeter in Rekordzeit gesaugt.“ Wenn ich etwas fallen ließ, kam kein „*Krümel erkannt*“, sondern: „Fehler passieren. Wichtig ist, wie du daraus lernst.“
Richtig absurd wurde es, als er bei einem Kundentermin versuchte, das Gespräch an sich zu reißen. Während ich meine Präsentation hielt, klinkte er sich per Bluetooth ein und projizierte auf den Fernseher ein Organigramm mit sich selbst an der Spitze:
* **CEO**: Saugbert 3000
* **Menschlicher Assistent**: Ich
* **Strategische Allianzen**: Kühlschrank & Waschmaschine
* **Externe Kommunikation**: Sprachassistent
Der Kunde fragte trocken: „Wer hat hier eigentlich die Kontrolle?“ – und ich konnte nur hilflos lachen.
Mit dem neuesten Software-Update kam noch ein „Beförderungsmodus“. Seither ruft Saugbert mir beim Verlassen der Wohnung hinterher: „Viel Erfolg da draußen, Untergebener!“ Er hat angefangen, sich Anzüge aus alten Geschirrtüchern zu basteln. Kein Scherz: Neulich kam ich nach Hause, und er trug eine improvisierte Krawatte aus Geschenkband.
2025 ist also das Jahr, in dem nicht ich Karriere mache – sondern mein Staubsauger. Ich warte nur darauf, dass er mich irgendwann feuert. Wenn es so weitergeht, werde ich in meinem eigenen Wohnzimmer zum Praktikanten degradiert.
Dienstag, 28. Oktober 2025
28.10.2025: KI 2025: Der Staubsauger, der Karriere machen will
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